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Die Bezeichnung Stuhlkarten ist heute leider in Vergessenheit geraten. Die Idee ist einfach:
Kunden sollten zufrieden und ohne Hast ihre Einkäufe verrichten können. Jeder, der heute
in ein großes Kaufhaus geht, weiß daß spätestens nach einer Stunde eine gewisse Müdigkeit eintritt. Um zu vermeiden, daß die Kunden das Kaufhaus aufgrund ihrer Erschöpfung verließen und wieder nach hause fuhren, wurden
Sitzgelegenheiten aufgestellt. Das konnten Stühle und Sessel in einem abgetrennten Bereich des Kaufhauses sein, aber auch Bänke vor den Kaufhäusern, teilweise in kleinen Gärten oder Parks, oft sogar mit Musikdarbietungen.
Damit jedoch nur Kunden des eigenen Kaufhauses und diese auch nicht zu lange auf den
hauseigenen Sitzgelegenheiten Platz nahmen, wurden die sogenannten Stuhlkarten verkauft. Für 10 Centimes konnte eine solche Karte im Kaufhaus oder bei Konzessionären erworben werden. Bei Musikdarbietung wurde in der Regel ein
Preis von 20 Centimes verlangt. Saß man auf seinem Platz, kam in
Zeitabständen von 15-20 Minuten ein Kontrolleur und entwertete die Karte. Hatte man keine unentwertete Karte vorzuweisen, wurde man höflich gebeten den Stuhl für andere Kunden frei zu machen.
Um sicher zu stellen, daß nicht mehr Karten als Sitzgelegenheiten verkauft wurden, trägt
jede Stuhlkarte eine fortlaufende Nummer. Eine Entwertung der Karte durch Lochen unterschiedlichster Formen (Kreise, Dreiecke, Vierecke etc.) stellt bei diesen Karten keine Wertminderung dar.
Stuhlkarten sind heutzutage extrem selten zu finden, da sie -ebenso wie benutzte
Fahrkarten- keinerlei Sammelwürdigkeit besaßen. Auch waren sie viel kleiner als übliche Sammelbilder.
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